Klaus-Georg und Sigrid Hengstberger-Preis für Dr. Thorsten Lisker
Die Hengstberger-Stiftung zeichnet Dr. Thorsten Lisker (30) vom Astronomischen Rechen-Institut (ARI) des Zentrums für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH) mit dem “Klaus-Georg und Sigrid Hengstberger-Preis 2009” für seine Arbeiten zur Entstehung und Entwicklung von sogenannten “Zwerggalaxien” aus.In dem Bestreben, die deutschen Wissenschaften und ihr universitäres Leistungspotential zu fördern, wird dieser Preis von Herr Ehrensenator Dr. Klaus-Georg Hengstberger der Ruprecht-Karls-Universität, seiner Alma Mater, seit 2004 gestiftet. Jedes Jahr werden drei Preise vergeben, die die Preisträger in die Lage versetzen sollen, im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg (IWH) ein wissenschaftliches Symposion durchzuführen. Die Preissumme beträgt jeweils 12.500 €.
Dr. Lisker kam im Mai 2007 nach seiner Promotion an der Universität Basel an das Astronomische Rechen-Institut, wo er seitdem die mittlerweile achtköpfige Nachwuchsgruppe “Extragalaktische Astronomie” leitet. Diese ist zusammen mit drei weiteren Nachwuchsgruppen Teil der Graduiertenschule für Fundamentale Physik, die die Fakultät für Physik und Astronomie der Universität Heidelberg im Rahmen der Exzellenzinitiative erfolgreich etabliert hat.
Der Astrophysiker Dr. Thorsten Lisker forscht über elliptische “Zwerggalaxien”. Mehr als tausend davon bevölkern den nahegelegenen Virgo-Galaxienhaufen, 50 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Auf den ersten Blick erscheinen sie recht einfach und strukturlos. Dr. Liskers detaillierte Untersuchungen dieser Galaxien zeigten jedoch eine komplexe Abhängigkeit der internen Struktur und Zusammensetzung von der Lage und Umgebungsdichte im Galaxienhaufen. So konnte er beispielsweise schwache Spiralarme und Balkenstrukturen identifizieren - beides Eigenschaften, die auch unsere eigene Galaxie, die Milchstraße, prägen und Hinweise geben auf ihren Ursprung in großen Spiralgalaxien, die durch starke Gezeiteneffekte auseinandergerissen und in Zwerggalaxien umgewandelt wurden.
Eine andere Gruppe der Zwerggalaxien scheint hingegen das bisherige, "klassische" Bild der elliptischen Zwerggalaxien zu erfüllen: Ihre Mitglieder besitzen eine kugelige Form, bestehen aus den ältesten Sternen, und sammeln sich - im Gegensatz zu den anderen Gruppen - im Zentrum des Galaxienhaufens. Möglicherweise handelt es sich um die erste Generation von Zwerggalaxien, die sich innerhalb von Verdichtungen der Dunklen Materie formten, jenen kleinen "Halos", die laut kosmologischen Berechnungen in großer Zahl vorhanden sein sollten.
Dr. Lisker wird für sein Konzept eines Symposium ausgezeichnet, das Experten aus aller Welt in Heidelberg zusammenführen wird, um das aktuelle Wissen über Zwerggalaxien zu bündeln, deren unerwartete Vielfalt in all ihren Facetten zu ergründen und auf dieser Grundlage Strategien zur Beobachtung und Computersimulation der zu Grunde liegenden astrophysikalischen Prozesse zu erarbeiten.
Die öffentliche Verleihung des Preises an Dr. Thorsten Lisker fand am 17. Oktober 2009 im Rahmen der Jahresfeier der Universität Heidelberg statt.
(siehe auch http://www.uni-heidelberg.de/presse/news09/pm20091016_hengstbergerpreis.html)
Rückfragen bitte an:
Dr. Thorsten Lisker
Bearbeiter: G. Thimm
ARI