Tag des offenen Denkmals am 12. September 2010 – eine kleine Nachlese
Jedes Jahr findet bundesweit ein "Tag des offenen Denkmals" statt (siehe http://www.tag-des-offenen-denkmals.de/ ). Kulturhistorisch wichtige Gebäude und Einrichtungen werden an diesem Tag für die Bürgerinnen und Bürger zur Besichtigung und Information geöffnet.Auch die zum Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH) gehörende Landessternwarte auf dem Königstuhl ist ein solches "Denkmal", sowohl im baulichen als auch im historischen Sinne. Immerhin hat dort Max Wolf die photographische Astronomie begründet und bereits vor Edwin Hubble die systematische Rotverschiebung in den Spektren entfernter Galaxien erahnt und in Notizen festgehalten, doch leider niemals offiziell publiziert.
In diesem Jahr fand der Tag des offenen Denkmals am 12. September statt. Zu diesem Anlass öffnete auch die Landessternwarte ihre Pforten dem erfahrungsgemäß starken Besucherandrang. Tatsächlich fanden auch diesmal wieder rund 600 Besucher den Weg auf den Königstuhl. Es war keine leichte Aufgabe für die freiwilligen Helfer, diesen Ansturm zu bewältigen.
Doch mit vereinten Kräften des Fördervereins der Landessternwarte, der Astroschule e.V., des Hauses der Astronomie (HdA) und den Helfern des ZAH konnte wieder ein interessantes und spannendes Programm angeboten werden.
Ein Highlight war sicher der Vortrag von Prof. Dr. Immo Appenzeller, der bis 2006 Direktor der Sternwarte war. Sein Thema war die Entwicklung des Teleskopbaus von den Anfängen bis zu den heutigen Instrumenten der 10-m Klasse, zusammen mit einem Ausblick auf die nächste Generation, den sogenannten “Extremely Large Telescopes” (ELTs).
Bei strahlendem Himmel erfreuten sich aber auch die beigestellten drei Sonnenteleskope von Dr. Hans Bernstein (ARI/ZAH) einem großem Ansturm. Die Sonnenfleckenaktivität ließ zwar immer noch zu wünschen übrig, doch immerhin konnten mehrere Protuberanzen live beobachtet werden.
Die Besucher waren sehr erfreut, als neben ausführlichen Informationen zur Entwicklung der Astronomie in der ehemaligen Kurpfalz (von Christian Mayer bis zum ZAH) auch Einblicke in unsere aktuellsten Arbeitsgebiete geboten wurden. Dr. Markus Pössel vom Haus der Astronomie machte darauf aufmerksam, dass man mit diesem Bogenschlag von der Historie bis zur Moderne auch Gäste für unsere Wissenschaft begeistern kann, die bei einem normalen Tag der offenen Tür sicher nicht den Weg zum Königstuhl gefunden hätten.
Abschließend ist zu bemerken, dass diese institutsübergreifende Veranstaltung nur einen gelungenen ersten Schritt zu einer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit für die Heidelberger Astronomie darstellt. Ende nächsten Jahres wird das von der Klaus Tschira Stiftung, der Max-Planck-Gesellschaft, der Universität Heidelberg und der Stadt Heidelberg gemeinsam getragene "Haus der Astronomie" (HdA) auf dem Königstuhl offiziell eröffnet werden. Dies wird mit allen seinen Möglichkeiten ein großer Schritt vorwärts sein in Sachen gemeinsamer astronomischer Öffentlichkeitsarbeit.
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ARI